eLearning und MicroLearning stellen das Arbeitsrecht vor neue Herausforderungen. Im Wesentlichen sind zwei Fragen von Interesse:

  1. Gilt e- und MicroLearning etwa in den Abendstunden oder an den Wochenenden als Arbeitszeit?
  2. Dürfen Administratoren von e- und MicroLearning-Software personenbezogene Daten wie Lernaktivitäten und -lernfortschritte einsehen und auswerten?

Im KnowledgeFox-Interview mit der Rechtsberatung der Arbeiterkammer Salzburg lautet die Antwort auf beide Fragen – vereinfacht gesagt – Ja.

Zunächst ist aber zu fragen, in welcher Form die Modalitäten des e- und MicroLearnings überhaupt geregelt werden können. In Unternehmen ohne Betriebsrat müssen Dienstgeber etwaige Bestimmungen zum betrieblichen Lernen in die Dienstverträge aufnehmen. Nur in Unternehmen mit Betriebsrat kann etwa von diesem einer eigenen e-Learning-Betriebsvereinbarung zugestimmt werden. Eine Musterbetriebsvereinbarung für eLearning ist in Österreich etwa von der Gewerkschaft der Privatangestellten (hier Sektion Druck, Journalismus, Papier) für Gewerkschaftsmitglieder erhältlich. Eine schon etwas ältere wissenschaftliche Analyse von bundesdeutschen eLearning-Betriebsvereinbarungen finden Sie hier.

Nun aber zu den beiden virulenten Fragen: Lernen in der Freizeit und personenbezogene Daten. „Wenn der Dienstgeber eine Weiterbildung per eLearning oder MicroLearning als verpflichtend ansieht, dann ist das wie mit einem Präsenzkurs in einem Institut an einem Wochenende: Das zählt ja dann auch als Arbeitszeit“, so die Arbeiterkammer Salzburg. Anders ist es, wenn das Absolvieren eines e-Learning- oder MicroLearning-Programms auf freiwilliger Basis erfolgt oder sogar vom Mitarbeiter gewünscht wird: Dann zählt es freilich nicht als Arbeitszeit. Damit MicroLearning auch in dieser Variante schmackhaft gemacht wird, gibt es etwa bei KnowledgeFox die Gamification-Option KnowledgeMatch. So können hohe TeilnehmerInnen- und AbsolventInnen-Zahlen trotz Freiwilligkeit erreicht werden. Der Arbeitgeber stimmt dann auch dem spielerisch leichten Lernen während der Arbeitszeiten in einem gewissen Umfang zu.

Auch Learning Analytics sind grundsätzlich erlaubt. „Es hat letztlich denselben Status wie eine Arbeitszeitaufzeichnung oder eine Maschine, die bedient wird und die Leistung aufzeichnet.“ Tracking-Methoden sind in gewissen Schranken legal. „GPS ist ja auch nicht illegal“, so die AK im KnowledgeFox-Interview. Der Dienstgeber habe grundsätzlich das Recht, zu erfahren, ob die Mitarbeiter ein angekauftes Programm auch nutzen und – wenn ja – wie intensiv. Allerdings kann eine Betriebsvereinbarung den Learning Analytics auch gewisse Schranken auferlegen.

Sie wollen wissen, wie freiwilliges Lernen mit neuen Methoden der Mitarbeiter-Motivation und Learning Analytics funktionieren? Bitte wenden Sie sich an unseren Experten Gregor Cholewa, office@knowledgefox.net. Er berät Sie gerne und hat viel Erfahrung mit der Einführung von MicroLearning mit und ohne Betriebsvereinbarung.

Lesen Sie hier in den nächsten Tagen unseren nächsten Blogbeitrag zum Thema Learning Analytics & Datenschutz-Grundverordnung.