#nextlevel Expert:innentalk – Digitalisierung als Booster in der Bildung

#nextlevel Expert:innentalk – Digitalisierung als Booster in der Bildung

Im Rahmen der Initiative #nextlevel fand Ende Juni eine Diskussionsrunde zum Thema Digitalisierung in der Wissensvermittlung im K47 in Wien statt, bei der Fragen zu modernen Lernmethoden und deren Chancen für Arbeitgeber:innen und die Wirtschaft erörtert wurden.

Wer in der sich schnell verändernden Arbeitswelt wettbewerbsfähig bleiben möchte, muss mit der Zeit gehen. Digitalisierung ist daher für Unternehmen entsprechend wichtig, besonders seit die Generation der „Digital Natives“ ins Berufsleben eingestiegen ist und entsprechende Fähigkeiten, aber auch Bedürfnisse mit sich bringt. Gemeinsam mit dem Ressortleiter für Management und Karriere der Tageszeitung „Die Presse“, Michael Köttritsch, diskutierten die Teilnehmer:innen über Möglichkeiten und Bereiche der digitalen Wissensvermittlung.

Die teilnehmenden Expert:innen waren Dr. Rita Niedermayr (verantwortlich für Learning & Change bei EY Österreich sowie Geschäftsführerin der Aus- und Weiterbildungsorganisation Österreichischen Controller-Institut), Dr. Josef Smolle (Professor und Leiter der Stabstelle Lehre mit Medien am Institut für medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation Graz), Robert Frasch (Experte für duale Berufsausbildung, Lehrlingspower.at) und Gregor Cholewa (CEO der KnowledgeFox GmbH).

„Future Skills“ – Kompetenzen in der modernen Arbeitswelt

Um wettbewerbsfähig agieren zu können ist es für Unternehmen wichtig, alte und neue Mitarbeiter:innen in bestimmten Kompetenzen entsprechend zu schulen. Um welche Kompetenzen es sich im Einzelnen handelt, geht aus einem Positionspapier des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft und des Strategieberaters McKinsey & Company hervor. Hier werden insgesamt 21 Fähigkeiten als sogenannte „Future Skills“ gelistet, die für eine moderne Arbeitswelt notwendig sind. Die wichtigsten vier sind dabei digitale Grundkompetenzen, Teamfähigkeit, flexibles Arbeiten und Selbstlernkompetenz, wobei der Fokus vor allem auf der Verbindung von sozialen Kompetenzen und technischen Fähigkeiten liegt.

Dr. Rita Niedermayr betont im Expert:innen Talk, dass diese Future Skills jedoch keine Grundvoraussetzungen darstellen. Vielmehr obliegt es den Unternehmen, eine entsprechende Lernumgebung zu schaffen, um das Erlangen beziehungsweise Erweitern dieser Kompetenzen zu gewährleisten. Eine wichtige Komponente sei dabei das Lernen „on demand“, also die zeitnahe Erfüllung gewisser Lernanforderungen, die einem ganz konkreten Zweck dienen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Wissenserwerb sei dies nämlich nicht nur zielführender, sondern auch motivierender für Mitarbeiter:innen.  Solche Lernstrategien seien im Rahmen der Digitalisierung leichter umsetzbar und sollten sich idealerweise mit herkömmlichen analogen Methoden kombinieren und ergänzen lassen.

Personalisiertes Lernen: Bildung in Zeiten der Digitalisierung

Eine wichtige Voraussetzung für den Lernerfolg ist laut der Expert:innen die Motivation, sich weiterzubilden, beziehungsweise Wissen anzueignen. Dabei ist es laut Studien wichtig, dass die Teilnehmenden einen gewissen Einfluss auf die Lerninhalte und das Lerntempo haben und sich darüber hinaus mit anderen Lernenden austauschen können. Somit geht der Trend bei Bildung im Zeitalter der Digitalisierung in Richtung des personalisierten Lernens, das maßgeschneidert und zeitnah erfolgen muss.

Nach dem Motto „any place, any time, any pace, any bite“ sollen Lerninhalte also zukünftig so gestaltet werden, dass sie überall, jederzeit, nach Lerntempo und nach Lernumfang individuell auf die Lernenden angepasst werden können. Das soll nicht nur die Motivation der Mitarbeiter:innen steigern, sondern auch dafür sorgen, dass diese das Gelernte langfristig behalten und damit anwenden können. Diese Methode wird heute vielfach bereits angewendet, was sich auch an der Lern-App von KnowledgeFox zeigt und deutliche Erfolge verzeichnen kann.

„MicroLearning“ als effizientes Zukunftsmodell

Die KnowledgeFox GmbH ist ein Pionier im Bereich der Lern-Apps und macht sich dabei vor allem wissenschaftliche Erkenntnisse aus Lernpsychologie und Gehirnforschung zunutze. Als besonders effektiv hat sich laut CEO Gregor Cholewa das sogenannte „MicroLearning“ erwiesen, welches bei KnowledgeFox Anwendung findet und für den Erfolg der Lern-App mitverantwortlich ist. Die Methode basiert auf kleinen Lerneinheiten und vielen Wiederholungen, angelehnt an das klassische und bewährte Karteikartensystem.

MicroLearning bietet eine Reihe von Lernvorteilen, die sich verschiedene Aspekte aus der Lernpsychologie zunutze machen. Dr. Josef Smolle von der MedUni Graz, an der die Lern-App von KnowledgeFox bei den Studierenden zum Einsatz kommt, spricht vom Lernerfolg durch den „Testing Effect“ und den „Spacing Effect“. Diese besagen, dass Lernen effektiver ist, wenn der Stoff abgefragt, beziehungsweise in gewissen Abständen wiederholt, anstatt nur einmal und rein passiv (beispielsweise durch Lesen) erlernt wird. Das MicroLearning nutzt also regelmäßige Lernpausen und das wiederholte Abfragen von Lerninhalten dazu, diese langfristig im Gedächtnis zu verankern.

Digitalisierung als Booster in der Bildung

Zusätzlich sorgen weitere Aspekte wie der einfache Zugang über Smartphone sowie der spielerische Ansatz beispielsweise durch Wissensquiz für einen erhöhten Lernerfolg. Beides kann auch beim Recruiting oder der Schulung von Vertriebspartnern genutzt werden. Genau hier ist nämlich Motivation besonders wichtig, da der Wissenserwerb nicht verordnet werden kann und man damit auf den Eigenantrieb der Lernenden zählen muss.

Digitalisierung kann also durchaus als Booster in der Bildung fungieren und wird zukünftig vermutlich weiter an Bedeutung gewinnen. Dennoch ist es laut Robert Frasch, dem Experten für duale Berufsausbildung, wichtig, dass man digitales Lernen nicht als Ersatz für herkömmlichen Wissenserwerb ansieht. Denn soziale Aspekte wie der Austausch und die Interaktion mit anderen, beziehungsweise Teambuilding, darf beim Lernen keineswegs vernachlässigt werden. Vielmehr ginge es darum, die Digitalisierung als Chance zu nutzen und als zusätzliches Asset in der Aus- und Weiterbildung zu nutzen.

Mehr zum Thema #nextlevel

Die Initiative #nextlevel wurde von Fabasoft, EY und der „Presse“ ins Leben gerufen und wendet sich an Entrepreneure, die für ihr weiteres Wachstum eine strategische Partnerschaft suchen. Die Fabasoft AG bietet Unternehmer:innen Lösungen und Softwareprodukte, um gemeinsam den nächsten Schritt in die Digitalisierung zu gehen.

Die vollständige Aufzeichnung des Talks findet sich in diesem YouTube Video.